
Auf dem Druckbett kann es vorkommen, dass die Farbe bei der Verarbeitung mit Tintenpatronen oder -schirmen sich ändert. Der übliche Grund dafür ist etwas, was wir oft als fest angesehen haben – nämlich die spektrale Ausstrahlung der UV-Lampe. Man passt die Photoinitiatoren der Tinte auf 365 nm an. Doch wenn die Lampe zusätzliche Energie bei 385 nm oder 405 nm abgibt, erfolgt die Vernetzung der Moleküle nicht gleichmäßig. Dadurch entsteht eine ungleichmäßige Aushärtung der Oberfläche – und es kommt zu Metamerismus, also zu Farbunterschieden zwischen den verschiedenen Druckschüssen.
Was technisch wirklich wichtig ist: Wir bauen Hochgeschwindigkeits-UV-Lampen mit präziser Wellenlängenkontrolle – mit einem Schwerpunkt bei 365 nm und einer schmalen Spektralbreite. Die maximale Strahlungsintensität wird am Substrat gemessen, nicht am Lampengehäuse. Dies überprüfen wir mit einem kalibrierten Radiometer. Die Leistungsdichte wird so eingestellt, dass sie zur Maschine passt: 200–400 W/cm für Hochgeschwindigkeitsdrucker. Dabei bleibt die Leistung über die gesamte Lebensdauer von 2.000 Stunden innerhalb von ±2 % konstant. Reflektoren verwenden dichroische Beschichtungen, um IR-Strahlung außerhalb des benötigten Bereichs auszuschließen. Dadurch wird die Wärmezufuhr reduziert und mehr Photonen kommen genau dorthin, wo die Photoinitiatoren absorbiert werden.
Tinten für Tintenpatronen und -schirme benötigen eine gleichmäßige Aushärtung der Oberfläche, damit die Pigmente richtig positioniert und gut haften können. Wenn die Wellenlänge der Lampe passend ist, erreicht man die erforderliche Energiedichte – typischerweise 600–1.200 mJ/cm² – schnell genug, sodass die Bearbeitungszeit unter 0,3 Sekunden liegt. Dadurch werden die Pigmente nicht übermäßig gehärtet.
Der Vorteil ist eine reproduzierbare Druckqualität, klarere Halftone sowie eine Farbe, die auch bei Tageslicht und kontrolliertem Licht konstant bleibt. Der Stromverbrauch sinkt, da das System nur den benötigten Wellenlängenbereich anspricht. Zudem verlängern sich die Lebensdauer der Lampen durch stabile Leistungsprofile.
Bei der Installation ist es wichtig, die Lampe richtig auszurichten und die Entfernung zum Substrat zu berücksichtigen. Ein Versatz von 5 mm kann bereits dazu führen, dass die Strahlungsintensität um mehr als 10 % schwankt. Die Geometrie des Reflektors sowie die Schließzeit der Maschine müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Wenn die Anlage in einem engen Raum angebracht ist, muss darauf geachtet werden, dass keine Ozonbildung entsteht.
Außerdem nimmt die spektrale Ausstrahlung der Lampe mit der Zeit ab, da sich die Elektroden abnutzen. Deshalb sollten alle 1.000 Stunden Messungen mit einem Radiometer durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Intensität im gewünschten Bereich liegt.